Über uns

Die Geschichte des Radsportes und somit des Radsportvereins in Bellheim setzt im Gegensatz zu anderen sportlichen Disziplinen erst um die Jahrhundertwende ein, als das Fahrrad als Verkehrsmittel an Bedeutung gewinnt.

In dieser Zeit fanden sich sportbegeisterte Männer, um das Fahrrad in verschiedenen Wettkampfarten sportlich einzusetzen. Franz Lorenz war es, der den Wunsch der Rennfahrergemeinde Bellheims aufgriff und mit großen Zuspruch den Radsportverein „Victoria 1903“ gründete. Die wachsende sportliche Betätigung verhalf den Verein zu einem guten Aufstieg, das Ansehen des Vereins, aber auch die Mitgliederzahlen, wuchsen ständig.

Bereits 1905 konnte der Verein eine Standarte sein eigen nennen, was mit einem gelungenen Radfahrfest gefeiert wurde, wie die Chronik berichtet. In den Folgejahren kamen junge, talentierte Sportler aus den Reihen des Verein, Namen wie Sprenger, Georg Will, Phillip Heuchel und Wilhelm Stein vertraten die Vereinsfarben in der näheren und weiteren Umgebung.

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges ruhte die gesamte Vereinstätigkeit. Nach Kriegsende war es wiederum Franz Lorenz, der seine Getreuen zum Neubeginn rief. Innerhalb kurzer Zeit konnte man wieder Radsportveranstaltungen durchführen. Die Vereinstätigkeit führte steil nach oben, so dass vom Jahre 1919 an mit jungen talentierten Sportlern all sonntäglich Wettkämpfe durchgeführt werden konnten. Die Erfolge blieben nicht aus. 1920 gewann Karl Volandt die pfälzische Straßenmeisterschaft, darüber hinaus herausragende Plazierungen bei vielen Gelegenheiten. Seine Leistung standen Hermann Weckbarth und Emil Reifel nicht nach. Mit Sepp Wolf, Adolf Weis und den Brüder Wünschel sowie Sportkamerad, Kern wurde der Bellheimer „Rennstall“ ein Begriff.

Zeitweilig bestand neben den R.V „Victoria“ noch ein weiterer Rennclub namens „Schwalbe“ in Bellheim, der jedoch bald wieder in die Reihen der Radrennverein „Victoria“ zurückfand. Mit dem Jahre 1924 war es Edde Bisson aus Bellheim, der bis ans Ende der 30er Jahre von Erfolg zu Erfolg eilte und viele Siege bei bekannten Rennen davontragen konnte.

Der Ausbruch des zweiten Weltkrieg 1939 legte den ganzen Sportbetrieb lahm. Erst 1951 gelang es, den alten R.V. „Victoria“ wieder zu gründen.

Dem schweren Wiederbeginn folgte dann ein steiler Aufstieg. Der Rennbetrieb wurde neu organisiert, wobei man auf die Jugendarbeit ein besonderes Augenmerk richtete. Die Erfolge stellten sich bald ein. Gregor Gabriel und der junge Gerhard Hage fuhren bei bedeutenden Rennen auf der Straße und der Bahn glänzende Siege und gute Platzierungen heraus und wurden im Deutschen Radsport weithin bekannt.

Die sportliche Betätigung des Vereins verlangte immer größere Anstrengungen. Mit dem sportlichen Leiter Edwin Reifel war ein Mann gefunden, der diese vielfältigen Aufgaben im sportlichen und finanziellen Bereich wahrnahm. Zu allem kam die großzügige Unterstützung des Direktor Franz Hage von der Brauerei K. Silbernagel AG hinzu. So konnte bereits 1952 ein größeres Straßenrennen erfolgreich durchgeführt werden, der bis heute ausgetragene „Große Silber-Pils-Preis“ war aus der Taufe gehoben. Im darauf folgenden Jahr wurde dem Verein die Ausrichtung der „Pfälzischen Straßenmeisterschaft“ übertragen, die mit der Feier zum 50jährigen Vereinsbestehen verbunden war.

Auch hier waren es die Tatkraft und vorbildlicher Einsatz, die die Festveranstaltung zu einem großen Erfolg werden ließen. 1955 konnte der Verein die „Deutsche Jugendmeisterschaft“ auf der Straße ausrichten. Unter der Vereinsführung Karl Troll und ihm folgenden Karl Orth wurde der Stamm des „Bellheimer Rennstalles“ ein Begriff, Namen wie Alfons Schlundt, Theo Herberger, Heinrich Hils, Rudi Gick, Erich und Sepp Moster und Ludwig Weis.

1958 konnte Alfons Schlundt bei den Deutschen Meisterschaften auf der Straße einen 3. Platz erringen, während Gerhard Hage in der Jugendklasse einen viel beachteten 7. Platz erzielte. In der Amtszeit von Johannes Herold, der seit 1958 an der Vereinsspitze, fiel erstmals die Ausrichtung eines Profi-Rennen des >Veith-Pirelli-Preises< 1960, das als überregionales Ereignis in die Vereinsannalen eingegangen ist.

Im Jahre 1963 übertrug der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) dem „RC Silber-Pils“ die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft, die von keinem geringeren als von Gus (Gustav) Bölcke gewonnen wurde, dem Verein wurde wegen der Sorgfalt der Durchführung, die bundesweite Anerkennung zuteil.

Nach Emil Stein übernahm Dr. Gerhard Hage, Vorstandsmitglied der Bellheimer Privatbrauerei K. Silbernagel AG., im Jahre 1967 die Vereinsführung. Der traditionreiche Verein hatte sich mittlerweile dem Zeitgeschehen angepaßt und brachte mit der Wahl des neuen Vereinsnamens „RC Silber-Pils“ die Verbundenheit zur Brauerei Silbernagel zum Ausdruck, die stets für die Belange des Radsportes in Bellheim ein offenes Ohr hatte. Unter der Vorstandschaft von Dr. Hage, assistiert von Edwin Reifel, Friedrich Heinrich und Otto Stütz jun. wuchs die Tätigkeit im Verein weiter. Das alljährlich im August stattfindende Straßenrennen, der „Große Silber-Pils-Preis“ ist mittlerweile zu einem in der ganzen Bundesrepublik vielbeachteten Straßenrennen geworden. Nicht wegen großen und langer, harter Steigungen, nein sondern vielmehr durch die Länge des Rennen und der herrschenden Temperaturen.

Diese rege Vereinstätigkeit hat den Verein auch für Radsporfreunde aus der näheren und weiteren Umgebung zu einer sportbegeisterten Gemeinschaft werden lassen. Der Jugendarbeit galt ein besonderer Augenmerk, die von Edde Bisson und Erich Genzlinger getragen wurde. Erfahrung übertrug sich und die Begeisterung ließ die Jugendlichen und Schüler bis zum heutigen Tage eine Vielzahl von Erfolge feiern. Ernst Hesselschwerdt, Rudi Gabriel, Jürgen Fleischmann, Nedo Barbagli+, Martin Renner+ und Klaus Sohl waren besonders erfolgreich.

Vielfach wurden in verschiedene Disziplinen auf Bahn und Straße pfälzische Meistertitel errungen.

Der Kern der Silber-Pils Mannschaft bestand in diesen Jahren aus Sepp Moster, Thomas Reichling, Peter Maier, Karl Laubersheimer, Gernot Gieger, Fritz Geißler, Richard Wagner, Rudi Gick, Erich Moster, Erich Genzlinger, Ludwig Weis und Jürgen Fleischmann.

Diese Namen waren es auch die in dem seit 1967 ausgerichteten größten deutschen Mehretappenfahrt für Straßenamateure der „Internationalen Rheinland-Pfalz-Rundfahrt“ den Verein bekannt machten. Bellheim war auch in diesen Jahren Zielort einer Halbetappe, die durch die Bellheimer Privatbrauerei K. Silbernagel sowie der Gemeinde Bellheim, finanziell unterstützt wurde.

Immer wieder war es die Jugendarbeit des „RC Silber-Pils“ die Talente aus ihrer Mitte sprießen ließ. So kamen in den 70 und 80 Jahren Bellheimer Jugendfahrer zu den Startaufstellungen die immer auch auf das Siegertreppchen drängten. Peter Woschko, Patrick und Ingo Moster, Rüdiger und Kerstin Reichling.

Diese Fahrer trugen jetzt unseren Vereinsnamen nicht nur in deutschen Landen, nein, Sie trugen ihn in die ganze Welt, denn Sie kamen zu internationalen Einsätzen, und sogar zu Weltmeisterschaften wurden Sie eingestetzt. Patrick Moster wurde sogar dreimal zu Weltmeisterschaften nominiert, beginnend im Jahre 1989 und zwar in Frankreich, Japan sowie in Stuttgart. Den Titel des Deutschen Vizemeister auf der Straße errang er gleich zweimal, 1990 nur knapp geschlagen und 1997 im Rahmen der Deutschen Bundesliga. Rüdiger Reichling gewann die Deutsche Juniorenmeisterschaft und wurde auch zweimal in den Nationalkader bestellt. Seine Schwester Kerstin wurde auch zu zwei Weltmeisterschaften gerufen, um die deutschen Farben zu vertreten, in Stuttgart sowie in Oslo.

Im Jahre 1993 feiert der RC Silber-Pils sein 95jähriges Jubiläum in der herbstlichen geschmückten Dr. Friedrich Schneider-Halle, das von den Geschäftsführer Fritz Heinrich wunderschön geplant wurde. Der „Große Silber-Pils-Preis“ bekam in diesem Jahr vom BDR den Titel „Klassiker des BDR“ verliehen und ist somit zu höchsten Ehren erlangt.

In dieser Zeit hatte der Landesverbandstrainer von Rheinland-Pfalz unser Seppl Moster auch eine starke Bundesliga-Auswahl um sich geschart, deren Kern immer aus dem Bellheimer Stamm gebildet wurde, so waren es die Fahrer Patrick und Ingo Moster, Ernst Hesselschwerdt, Peter Woschko, Christian Mathes, Jochen Weibel, Jochen Lamade, Ernst Christl, Mathias Egyed, Rüdiger Reichling, Marko Ullbricht, Erwin Hickl, Steffen Pitzke und Marco Hesselschwerdt die zum Einsatz kamen.

Auch konnte man mit einer Regelmäßigkeit einen Namen jeden Sonntag über die Lautsprecher und am Montag in den Sportpresse hören bzw. lesen, „Marco Hesselschwerdt“ Seriensieger in der U11 / U13 / Schüler und Juniorenklassen. Seine größten Erfolge waren 1993 Deutscher Schülermeister auf der Straße, 1995 Deutscher Jugendmeister 2000m Bahn-Verfolgung, bevor er 1997 alles übertraf , Weltmeister in Kapstadt im 3000m Verfolgungsfahren, Vizeweltmeister im Vierer, Deutscher Meister 3000m Verfolgungsfahren, Vizemeister 1000m Zeitfahren, Vizemeister Junioren Straße, 6. Einzelzeitfahren Straße.

1998 ist das erste Jahr nach Patrick Moster, der seine Rennmaschine an den berühmeten Haken hing, um seinem Studium die notwendige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Ernst Hesselschwerdts Traum mit seinem Sohn Marco zusammen in der Königsklasse zu fahren, ging in Erfüllung, doch konnte er sich nicht allzulange darüber erfreuen, eine verschleppte Angina aus dem Frühjahrstraining in Aggrigento/Sizilien zwangen Marco das Training und die Rennen stark zu reduzieren und er sollte im ganzen nicht mehr an seine Leistungen auch nur annähernd anzuknüpfen können. Der Vater Ernst hält dafür die Fahne des RC Silber-Pils hoch hinaus, unterstützt durch Ingo Moster, Steffen Pitzke, Erwin Hickl – Rheinland-Pfalzmeister Straße 98-, Kai Mathes sowie Marko Ulbricht werden viele Siege und sehr gute Platzierungen errungen.

In Jahr 1998 fand die turnusgemäß die Jahreshauptversammlung statt, und der Vorstand mußte umgekrempelt werden, der langjährige zweite Vorsitzende Otto Stütz, der langjährige Geschäftsführer Fritz Heinrich und die eben solange im Amt befindliche Emmel Stütz kandidierten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Was von vielen bedauert wird, konnten Sie doch aus einem Füllhorn aus Erfahrung und Weitsinn schöpfen. Ihre Ämter übernahmen Seppl Moster, Günter Rund sowie Dieter Heintz.

1999, die Armada der Bellheimer Radrenner ist wie immer gewaltig, über 30 lizenzierte Rennfahrer, deren Gros aus dem nicht mit Worten beschreibbaren Engagement unseres Jugendtrainers Walter Hesselschwerdt hervor kommen. Neue Namen tauchen auf, Stefan Hirsch, Sebastian Eßwein, Alexander Keller, Peter Trauth, David Langer und paaren sich mit Fahrern die schon Erfahrung haben wie Sebastian u. Benjamin Heintz, Johann Hopprich, Bettina Hünerfauth, Christine Laux, Sven Koch, Markus Radenberg, Marek Welsch, Marcel Langer und natürlich der Seriensieger der U13-Klasse André Hesselschwerdt. Ernst Hesselschwerdt   zwischenzeitlich zum Trainer der Aktive erkoren, hat noch mal ein starke Truppe um sich geschart und will´s nochmals richtig krachen lassen, mit Unterstützung von Ingo Moster, Erwin Hickl, Marco Hesselschwerdt, Frank Härtl und Dirk Märkl.

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2010 und es hat sich in den letzten Jahren einiges in unserem Verein getan. Sehr viele junge Sportler fanden den Weg in unseren Verein und üben diesen Sport mit großer Begeisterung aus. Aktuell haben wir ca. 25 Nachwuchsfahrer aller Altersklassen. Ihre sportlichen Erfolge 2009 sind in Rheinland-Pfalz einzigartig.